Trinken aus Gewohnheit: Was dahinterstecken kann

Manchmal trinken wir nicht aus Durst, sondern aus Langeweile, Stress oder reiner Gewohnheit. Was dahintersteckt – und wie du es änderst.

Marco Klein

Marco Klein

Redakteur für Motivation & Mindset

Ernährung
8 Min.
Trinken aus Gewohnheit: Was dahinterstecken kann

Trinken aus Gewohnheit: Was dahinterstecken kann

Der Kaffee morgens um 10. Die Cola nach dem Mittagessen. Das Glas Wein um 20 Uhr. Nicht weil du durstig bist – sondern weil es „dazugehört". Gewohnheitstrinken ist einer der häufigsten Gründe für unnötige Kalorien. Und es hat selten etwas mit Durst zu tun.

Warum wir aus Gewohnheit trinken

1. Verknüpfung mit Situationen

Dein Gehirn verknüpft bestimmte Situationen mit bestimmten Getränken:

  • Feierabend → Bier/Wein
  • Computer → Kaffee
  • Nachmittag → Saft/Schorle
  • Restaurant → Softdrink

Diese Verknüpfungen sind automatisch. Du denkst nicht bewusst: „Ich möchte jetzt 180 kcal trinken." Du greifst einfach zu, weil du es immer so machst.

2. Emotionale Funktion

Getränke können emotionale Funktionen erfüllen:

  • Belohnung: „Ich habe mir jetzt einen Latte verdient"
  • Beruhigung: „Ein Glas Wein zum Runterkommen"
  • Langeweile: „Mir fehlt gerade was – ich hol mir was zu trinken"
  • Geselligkeit: „Alle trinken – ich auch"

Emotionales Essen verstehen – die gleichen Muster gelten auch für Getränke.

3. Die Habit Loop

Lally et al. (2010) zeigten, dass Gewohnheiten im Durchschnitt 66 Tage brauchen, um sich zu festigen – aber auch, um sich zu ändern. Die gute Nachricht: Du musst nicht von heute auf morgen alles umstellen. Es reicht, eine Gewohnheit nach der anderen anzugehen.

Die 4 häufigsten Gewohnheits-Getränke

Der Feierabend-Alkohol

Trigger: Heimkommen, Sofa, Entspannung Alternative: Alkoholfreies Bier, Kräutertee, Sprudelwasser mit Limette Tipp: Stelle die Alternative an den Platz, wo normalerweise der Wein steht.

Der Nachmittags-Kaffee

Trigger: Energietief nach dem Mittagessen Alternative: Schwarzer Kaffee, grüner Tee, kurzer Spaziergang Tipp: Oft ist es nicht das Koffein, das du brauchst, sondern eine Pause.

Der Büro-Softdrink

Trigger: Langeweile, Routine, Automaten-Verfügbarkeit Alternative: Eigene Flasche mit Infused Water mitbringen Tipp: Was nicht verfügbar ist, wird auch nicht getrunken.

Der Wochenend-Saft

Trigger: Brunch, „etwas Besonderes", Familienritual Alternative: Selbstgemachtes Infused Water oder stark verdünnte Schorle Tipp: Das Ritual beibehalten, nur das Getränk tauschen.

Die Ersetzungs-Strategie

Gewohnheiten lassen sich leichter ersetzen als abschaffen. Statt „Ich trinke keinen Wein mehr abends" besser: „Ich trinke abends meinen Lieblings-Kräutertee aus meiner schönen Tasse."

Wichtig: Die neue Gewohnheit muss sich genauso befriedigend anfühlen. Sonst hältst du sie nicht durch.

Nächste sinnvolle Schritte

  1. Identifiziere dein stärkstes Gewohnheits-Getränk.
  2. Finde eine konkrete Alternative und teste sie 2 Wochen lang.
  3. Lies Welche Gewohnheiten wichtiger sind als Kalorien-Apps.
  4. Melde dich für unseren Newsletter an.
Marco Klein

Marco Klein

Redakteur für Motivation & Mindset

Schreibt über Motivation, Mindset und den Umgang mit Rückschlägen. Verantwortlicher Herausgeber: Norbert Hofmann.

Veröffentlicht: 18. August 2025· Aktualisiert: 1. März 2026

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und unterstützt einen gesunden, nachhaltigen Ansatz beim Abnehmen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson.

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